Meritokratie

Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit. Alles andere wird euch dazu gegeben (Mt 6,33).

Aber was für eine Gerechtigkeit ist das, die den, der den ganzen Tag gearbeitet hat, genauso behandelt wie den, der erst im letzten Moment gekommen ist (Mt 20,1-16)? Jesaja hatte es bereits gesagt (55,8): „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege.“

Gottes Gerechtigkeit beruht nicht auf Verdienst, sondern auf der Gabe. Gegebenenfalls auf dem, was vereinbart wurde. Es ist keine meritokratische Gerechtigkeit, sondern sie richtet sich nach den Bedürfnissen (zum Beispiel nach Arbeit) der Menschen.

Was im Gleichnis von den Weinbauern vorgeschlagen wird, ist kein betriebswirtschaftliches Modell. Es lädt dazu ein, darüber nachzudenken, dass (und warum) im Leben, in der Gesellschaft, in der Geschichte „die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein werden“.

Eine gute Woche, auf Wegen, die nicht immer unsere eigenen sind.

#Caritas5minOfLight – 20.9.2026 – Sonntag – Matthäus 20,1-16

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