Es ist leicht, die mörderischen Winzer als jemand anderen zu betrachten als uns selbst. Zu denken, dass es eben nur andere sind, die die Propheten verworfen und verfolgt und den Sohn Gottes getötet haben. Eine antijüdische und antisemitische Lesart des Gleichnisses identifiziert die mörderischen Bauern mit dem Volk Israel und folglich mit allen Juden, denen so das Reich Gottes genommen würde.
Stattdessen sind die mörderischen Bauern wir. Wir, wenn wir die Erde erben und uns nicht um sie kümmern. Wir, wenn wir unser Gewissen zum Schweigen bringen. Wir, wenn wir die uns anvertraute Macht missbrauchen.
Aber wir sind auch die weggeworfenen Steine, auf denen es möglich und notwendig ist, die Zukunft der Gerechtigkeit und des Friedens zu bauen, für die wir erschaffen wurden.
Eine gute Woche für uns alle, die Erben.
𝑃𝑎𝑜𝑙𝑜 𝐵𝑖𝑙𝑙

#Caritas5minOfLight – 8.10.2023 – Sonntag – Matthäus 21,33-43