„Teilen gibt Sinn“

Katholisches Sonntagsblatt – 15.11.2020

„Ich war einsam und du hast mit mir deine Zeit geteilt“ – das könnte die Grundlage für ein zusammenfassendes und zeitgemäßes „Werk der Barmherzigkeit“ sein. Einsamkeit ist in vielen Fällen das Ergebnis von übertriebenem Individualismus, welcher der Überzeugung ist, dass sich jeder selbst genügt, dass ich die anderen nicht brauche, und die anderen mich auch nicht.  Die Wurzel der Einsamkeit liegt in der falschen Vorstellung, ohne andere leben zu können, keine Verantwortung für sie zu haben.

Helfen ist sicher wichtig, besonders in Notsituationen oder in einer Gesundheitskrise wie der, in der wir uns gerade befinden. Aber die Fähigkeit, sich zu verändern, ist viel wirksamer.

Durch das Teilen meiner Gaben – und die Zeit ist eine solche Gabe – wird mein Leben anders und so ändert sich auch die Beziehung zum Mitmenschen, der selber für mich eine Gabe darstellt.

Die eigenen Gaben – Zeit, Geld, Erfahrung, Professionalität – zu teilen, gibt unserem Leben neuen Sinn. Und die Begegnung mit den Menschen wird schnell zu einer Begegnung mit Gott. Deshalb schließe ich mit dem Bibelzitat: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“.

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